Frauen werden aufgrund ihrer Behinderung oder Erkrankung häufig nicht ernst genommen. So wird oft nicht mit ihnen persönlich gesprochen, sondern mit einer möglichen Begleitperson "über" die Frau hinweg. Oder vermeintlich
"freundliche" Mitmenschen fahren, tragen oder führen sie einfach irgendwo hin.
Im einem fortlaufenden, aufeinander aufbauenden Abendkurs, der sich jeweils
mit verschiedenen Schwerpunktthemen befassen wird, werden anhand von
Rollenspielen verschiedene Situationen durchgespielt, Lösungsstrategien
gesucht und eingeübt.
Die individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten der einzelnen
Teilnehmerinnen sollen dabei besonders geschult werden; so kann
beispielsweise ein Rollstuhl oder eine Gehhilfe auch als Waffe eingesetzt
werden.
In den Kursen können die Teilnehmerinnen Handlungsmöglichkeiten erwerben,
mit deren Hilfe sie in bedrohlichen bis hin zu lebensgefährlichen
Situationen mit Selbstbewusstsein, Entschlossenheit und Stärke agieren
können.
Die Kurse basieren auf 4 Elementen:
Information und Diskussion
Um Belästigungen zu vermeiden, wird Frauen und Mädchen oft geraten, sich
möglichst passiv und unauffällig zu verhalten. Obwohl Ergebnisse
wissenschaftlicher Studien gegen derartige Strategien sprechen, sind sie
immer noch weit verbreitet. Besonders auch im Hinblick auf die
einschränkenden Konsequenzen solcher Ratschläge wird sinnvolle Prävention im
Kurs kritisch diskutiert.
Konfrontationstraining
Im Konfrontationstraining üben die Teilnehmerinnen Verhaltensweisen ein, die
gegen Grenzüberschreitung, alltägliche behindertenfeindliche, sexuelle
Übergriffe und Diskriminierungen jeglicher Art eingesetzt werden können.
Hierzu gehören Körperspracheübungen und Rollenspiele, die das Vertrauen in
die eigene Stärke fördern.
Körperliche Techniken
Der Kurs vermittelt schnell zu erlernende Techniken, die bei einem
körperlichen Angriff eine wirksame und effektive Verteidigung ermöglichen.
Mentale Übungen
Durch mentale Übungen sollen Frauen ermutigt werden, Opferrollen abzulegen
und durch ein positives und starkes Selbstbild zu ersetzen.
Selbstachtung, die Entschlossenheit, sich zur Wehr zu setzen, und das
Zulassen von Wut anstelle von Angst sind entscheidende Grundlagen für eine
wirksame Selbstbehauptung und Selbstverteidigung.
Die Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurse nach Sunny Graff finden
für alle Frauen und Mädchen unabhängig von Alter, Hautfarbe, Herkunft,
Größe, Gewicht, Behinderungen, Religion und sexueller Orientierung statt.
Zur Kursleitung:
Marion Rapp, zweijährige Ausbildung zur Selbstbehauptungs- und
Selbstverteidigungslehrerin in der Frauenselbstverteidigungs- und
Kampfkunstschule "In Nae" nach dem Konzept von Sunny Graff: "Jede Frau
und jedes Mädchen kann sich wehren".
Fortbildung bei Maloush Köhler
(Amsterdam) im Bereich: Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Frauen
und Mädchen mit Behinderungen
Veranstalterin: BiBeZ e.V. , Kursleiterin: Marion Rapp