| Vorwort
von Frau Beate Weber, Oberbürgermeisterin der Stadt Heidelberg
Können Fotos von pflegeabhängigen, behinderten Frauen ästhetisch und
erotisch sein? Sie können´s. Und wie: Seit fünf Jahren zeigen Anette Albrecht, Anette
Emmerich und Heike Schmidt ihre Ausstellung Geschlecht: Behindert Merkmal:
Frau" an verschiedenen Orten, vor verschiedenen Menschen brechen Tabus.
Öffentlich. Bilder von behinderten Menschen kennen wir alle zu Genüge. Aber wir kennen
sie aus der Sicht von Medizinern, Psychologen, Sozialpädagogen, Journalisten. Die
Ausstellung, die der vorliegende Bildband dokumentiert, zeigt etwas Neues, Ungewohntes,
eine andere Realität von Behindert-Sein.
Die drei Initiatorinnen der Ausstellung Geschlecht: Behindert
Merkmal: Frau" haben Klischees nachgestellt und Stereotypen aufgegriffen, um
sie dann zu verändern. Sie präsentieren sich in variantenreichen Fotografien nicht als
geschlechtsneutrale, hilflose Wesen, sondern als mutige, erotische Frauen. Das ist bei
manchen auf Ablehnung gestoßen, bei vielen hat es Staunen und Bewunderung hervorgerufen.
Ich freue mich, daß ein solches Projekt von Heidelberger Frauen
verwirklicht wurde. Als Oberbürgermeisterin habe ich mich immer wieder für eine
solidarische Stadt und damit für ein gleichberechtigtes Miteinander aller Menschen
eingesetzt. Mit dem Stadtführer für Menschen mit Behinderung" und unserem
neuesten Projekt, dem Stadtführer für blinde und sehbehinderte Menschen",
sind wir diesem Ziel ein Stück näher gekommen. Ich wünsche mir, daß der vorliegende
Bildband helfen wird, den gewohnten" Blick auf Behinderte zu verändern.
Meine besten Wünsche für dieses mutige Projekt.
Beate Weber
Oberbürgermeisterin |